Das befahren der Alz mit dem Schlauchboot ist erst ab dem 1. Juli erlaubt

Besondere Vorsicht bei Alzfahrten ab Truchtlaching


Seit dem Hochwasser werden in diesem Bereich immer wieder Bäume und Wurzeln unterspühlt, welche dann in die Alz stürzen. Da es den Behörden nicht immer gleich möglich ist diese zu entfernen bitten wir um besondere Vorsicht und den Beschilderungen zu folgen.

Bootsfahrten auf der Alz

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Seeon-Truchtlaching e.V. bietet auf dieser Seite Informationen und Hilfestellungen für Freizeitkapitäne die eine Bootsfahrt auf der Alz planen.

Diese Informationen sind nach unserem derzeitigen Kenntnis- und Erfahrungsstand entstanden. Wir können keine Gewähr auf Vollständigkeit geben und übernehmen keine Haftung. Sofern Anregungen und Tipps an uns weitergeleitet werden, können wir diese gerne einbringen.

Die Alz wird meist in verschiedenen Etappen befahren. Von Seebruck bis Altenmarkt, von Seebruck bis Truchtlaching oder von Truchtlaching bis Altenmarkt. Unterschiedliche Fahrtzeiten ergeben sich je nach Strömungsgeschwindigkeit, Wassermenge, Windrichtung und Windstärke. Der Abschnitt Seebruck bis Truchtlaching wird in etwa 3 Stunden bewältigt. Der Abschnitt Truchtlaching bis Altenmarkt-Laufenau wird in ca. 2 Stunden bewältigt.

Ein Befahren bei Hochwasser ist lebensgefährlich.

Doch auch bei „normalem“ Pegelstand ist Vorsicht geboten, besonders im Bereich ab Truchtlaching:

Da die Alz ein naturbelassener Fluss ist, ändern sich der Charakter, und somit auch die Gefahren, ständig. Ein vermeintlich ungefährlicher Streckenabschnitt kann sich über Nacht zu einer tödlichen Falle entwickeln, wenn zum Beispiel Bäume oder Wurzelstöcke in den Flusslauf stürzen. Vertrauen Sie also nicht auf Erzählungen, sondern fahren Sie vorausschauend und verantwortungsbewusst! Bleiben Sie hellwach und am besten nüchtern!

An einigen Stellen befinden sich Beschilderungen und Richtungspfeile deren Beachtung strikt eingehalten werden muss.

Seebruck bis Truchtlaching ca. 7km

Die Alz ist hier breit und schlängelt sich in überschaubaren Kurven bis Truchtlaching. Es gibt keine Wasserfälle, Wehranlagen oder Kraftwerke bis Truchtlaching, die Boote müssen nicht umgesetzt werden. Die Wassertiefe ist meist flach, tiefe Flussabschnitte bis 6 Metern sind an einzelnen Stellen möglich. Bei niedrigem Wasserstand läuft man Gefahr an manchen Stellen auf Grund zu laufen. Vereinzelt befinden sich große Steine im Flussbett die oftmals verborgen bleiben, aber die Boote beschädigen können. In Kurvenbereichen muss man darauf achten, dass man nicht von der Hauptströmung ans Ufer abgedrängt wird und sich in Bäumen und deren herabhängenden Ästen verfängt.

In Truchtlaching befinden sich linksseitig vor der Alzbrücke mögliche Anlegestellen, unmittelbar dahinter sind Parkplätze.

Für Ungeübte endet hier die Fahrt auf der Alz, denn der weitere Flussabschnitt birgt etliche Gefahrenstellen die leider auch schon zu tödlichen Bootsunfällen geführt haben.

Unmittelbar nach der Alzbrücke linksseitig befindet sich die DLRG-Rettungsstation Truchtlaching die telefonisch bei Badewetter unter 08667/1499 erreichbar ist. Daran anschließend befindet sich das Strandbad mit Badegelände, Kinderbecken, Spielplatz, Umkleide- und Sanitäranlagen.

Bei der Durchfahrt der Truchtlachinger Alzbrücke ist Vorsicht geboten:

- Boote nicht zusammenhängen

- Kopf einziehen die Brücke ist sehr niedrig

- die Brückenpfeiler mittig passieren, es befinden sich scharfe Kanten an den Pfeilern

- die Brücke möglichst auf der rechten Seite passieren, um Konflikte mit Badegästen zu vermeiden

Nach dem Badegelände auf die linke Flussseite wechseln, um nach einigen hundert Metern die ausgeschilderte Ausstiegsstelle vor der Wehranlage Truchtlaching erreichen zu können.

Benützen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit diese Ausstiegsmöglichkeit!

Truchtlaching bis Altenmarkt (Badegelände Laufenau) ca. 10km

Für ortskundige, erfahrene und entsprechend ausgerüstete Bootsfahrer ist eine Weiterfahrt bis Altenmarkt bei normalen bis niedrigen Wasserständen möglich. Aber auch bei diesen Wasserständen dürfen die Gefahren nie unterschätzt werden!!!

Die Beschilderung mit Richtungspfeilen und Ausstiegsstellen dringend beachten.

Der weitere Flussverlauf hat an mehreren Stellen eine hohe Strömungsgeschwindigkeit, ist schlecht einsehbar und weist etliche Gefahrenstellen auf, so z.B.:

- Engstellen, besonders an Inseln

- Untiefen

- große Steine (Wasserstandsabhängig sichtbar oder verborgen)

- Streckenabschnitte mit Stromschnellen

- Wehranlagen Hölltal und Altenmarkt

- unterspülte Ufer, besonders an den Aussenseiten der Kurven

- Schwemmgut, Bäume, Wurzelstöcke

- Fährboot bei Höllthal

- Pfähle, Holzpflöcke im oder unter Wasser

- ins Wasser gestürzte Bäume können jederzeit auftauchen und den Weg blockieren

- hohe Uferböschungen die ein anlanden im Notfall unmöglich machen

- in Kurven treibt einen die Strömung oft ans Ufer

Besonders häufig sind schmale Boote in Unfälle verwickelt, da diese schnell umkippen und kentern.

Unmittelbar vor Altenmarkt befindet sich der Bootsausstieg mit Parkplatz auf der linken beschilderten Uferseite. Eine Weiterfahrt ist lebensgefährlich da unmittelbar darauf Wehranlagen und Kraftwerke folgen.

 
 

Weitere Informationen:

Vorbereitung:

Jedem Bootsführer wird angeraten sich Informationen über den Streckenverlauf und Gefahrenstellen einzuholen.

 

Ausrüstung:

Die Verwendung zertifizierter Schwimmwesten besonders bei Kindern, unsicheren Schwimmern, älteren Personen und Personen mit Handicap ist lebensrettend!!

Eine entsprechend gute Qualität der Boote mit Auftriebsmitteln und Sicherheitsausstattung ist empfehlenswert. Schmale Boote kippen besonders schnell um. Wertgegenstände sollen im Boot in wasserfesten Behältnissen befestigt werden. Zum Schutz vor der Sonne ist eine Kopfbedeckung und Sonnencreme anzuraten.

 

Gefahren durch wechselnde Wasserstände:

Die Wasserstände/Pegel der Alz steigen bzw. fallen, bedingt durch die Pufferwirkung des Chiemsees, langsam. Sturzfluten wie bei Gebirgsbächen sind hier nicht zu erwarten. Jedoch können sich unmittelbar an den Wasserfällen bzw. Kraftwerken, bedingt durch technische Betriebsabläufe, nicht vorhersehbare Änderungen des Zu- und Abflusses ergeben.

 

Gefahren an Kraftwerken:

Von den Kraftwerken ist gebührender Abstand zu halten, da sich hier erhebliche Gefahren ergeben.

 

Wehranlagen:

Ein Begehen oder Überfahren der Wehranlagen ist lebensgefährlich

 

Gefahren durch Gewitter und Sturmböen:

Im Vorfeld sollen entsprechende Erkundigungen über die Wetterlage eingeholt werden. Sofern Gewitter und Sturmböen gemeldet oder zu erwarten sind, sollte eine Bootsfahrt generell unterbleiben. Grund hierfür ist, dass sich die Alz großteils durch unbewohntes Gebiet schlängelt und die nächsten Ortschaften weit entfernt liegen können. Außerhalb der Ortschaften gibt es keine sicheren Unterschlupfmöglichkeiten, ein Handyempfang ist meist nicht möglich und Ortsunkundige verlieren an Land leicht die Orientierung. Wald- und Schilfgebiete machen einen Fußmarsch sehr beschwerlich, befahrbare Straßen sind oft weit entfernt.

 

Verbote:

Der Bereich Seebruck-Altenmarkt befindet sich im Landschaftsschutzgebiet und aus diesem Grund gibt es einige Einschränkungen. Vom 1.Januar bis zum 30.Juni gilt ein generelles Fahrverbot auf der Alz von Seebruck bis Altenmarkt.

Ganzjährig ist ein Befahren des linken Armes der Bifuß-Insel Höhe Ischl verboten, die richtige Fahrstrecke ist beschildert. Das Betreten der Schilfinseln ist untersagt. Jegliche Müllablagerung, Feuerstellen und Zelten sind verboten.

 

Umwelt und Natur:

Aus Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt soll die Alz möglichst in Flussmitte befahren werden. Das Befahren von Kehrwassern, Buchten oder Altwassern ist zum Schutz der Natur zu unterlassen. Unnötigen Lärm vermeiden.

 

Rettungsdienst und Notfall:

Sollte es zu einem Unfall oder medizinischen Zwischenfall kommen, so ist die zuständige Rettungsleitstelle unter 112 Vorwahlfrei (Handyempfang nicht immer möglich) schnellstmöglich zu informieren.

Sofern kein Telefon vorhanden, andere Bootsfahrer auf sich aufmerksam machen, mancher Bootsfahrer führt ein Handy mit. Ansonsten bleibt nur die Möglichkeit an einer der Ortschaften oder vorbeiführenden Straßen einen Notruf abzusetzen. Damit schnellstmöglich Hilfe herbeigeführt werden kann, soll eine möglichst genaue Ortsangabe abgegeben werden. Außer den Ortschaften bieten sich am Ufer im Abstand von mehreren hundert Metern Orientierungshilfen in Form von Beschilderungen der Flusskilometer. Dies sind grüne Tafeln mit schwarzen Ziffern. Für Landfahrzeuge sollen Einweiser an möglichen Zufahrtsstraßen abgestellt werden, damit die Rettungskräfte an den Notfallort schnellstmöglich herangeführt werden können. Diese sollen sich durch eindeutige Winkzeichen zu erkennen geben. Sollte sich ein Rettungs- oder Polizeihubschrauber nähern, so sollen unbeteiligte Bootsfahrer keine Winkzeichen geben, sofern dies als freundliche Geste gemeint ist. Winkzeichen sollen ausschließlich zum Herbeiholen der Rettungskräfte durch die tatsächlich Betroffenen gegeben werden, da ansonsten bei der Vielzahl von Bootsfahrern der Notfallort aus der Luft nicht ausfindig gemacht werden kann. Die DLRG unterhält Schnelleinsatzgruppen die im Bedarfsfall durch die Rettungsleitstelle alarmiert werden und über speziell ausgebildetes Personal und Material verfügen. Bitte überschätzen Sie Ihre Fähigkeiten nicht und beschränken sich auf Flussabschnitte die Ihrem Können und Ihrer Ausrüstung angepasst sind. Somit leisten Sie einen wesentlichen Beitrag zu Ihrer eigenen Sicherheit. Sollten Sie Hindernisse und besondere Gefahrenstellen entdecken, so informieren Sie die DLRG unter den aufgeführten Telefonnummern, damit diese beseitigt werden können.

 

Das Team der DLRG Seeon-Truchtlaching wünscht Ihnen einen erholsamen Aufenthalt in unserer wunderbaren Landschaft. Tragen auch Sie dazu bei, dass diese für unsere Mitmenschen erhalten bleibt.